Vermischtes.

4. März 2015

Wegen der Abhärtung, für´s Wohlbefinden und damit die Füße endlich wieder warm werden, heizten wir die Sauna ein. Ich erzähle das ja gerne so ein bißchen prahlerisch, Sie müssen mir das verzeihen. Und sollten Sie es mir nicht verzeihen, dann denken Sie einfach an unsere unsere vermutlich exorbitante Stromrechnung und hängen Sie ein “Ätsch!” dran.

Wir setzten uns in die wohlig geheizte Sauna und als es Zeit für einen Aufguss wurde, gossen wir auf. Unglücklicherweise hatte ich mich wohl im Mischungsverhältnis etwas vertan, vielleicht ein paar Tropfen Wasser ins Öl gekippt statt umgekehrt, wie es richtiger wäre. So waren wir binnen von Sekunden in eine fast greifbare Eukalyptuswolke gehüllt, die schlagartig sämtliche Schleimhäute erkalten ließ. Es war nur noch sehr flaches Atmen möglich und die Augen konnten wir nicht mehr öffnen, weil sie sofort brannten. Die geschlossene Augen fühlten sich auch nicht richtig an wegen der kühlen Schleimhäute. Aber viel hilft viel und außerdem sank der Eukalyptusdampf dann doch recht schnell auf den Boden – wir hielten es also noch ein paar Minuten aus und begannen zu schwitzen. Feuchte Haut und Eukalyptusdämpfe führten allerdings dazu, dass wir zu frieren begannen, was bei 70°C in der Sauna recht angeberisch wirkt.

Wir verließen die Sauna um uns abzuduschen. Unsere Gartendusche, eine ehemalige Notfalldusche aus einer Werkstatt, dosiert das Wasser nicht sanft, sondern bewirft mit fünf Litern Wassern aus dem Außenwasserhahn auf einmal. (haben Sie diese Szene aus Flashdance im Sinn? Genau so.) Eukalyptuskühle Haut reagiert sehr empfindlich auf sehr, sehr kaltes Wasser, weswegen ich sehr, sehr, sehr laut quietschte. Vor dem nächsten Saunagang verdünnten wir die Aufguss-Eukalyptus-Plörre und lüften kurz durch, das leicht fröstelige Gefühl blieb trotzdem.

Nächstes Mal gibt´s wieder den Wacholder-Zitrone-Aufguss, der riecht, wie Gin Tonic schmeckt.

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Angeblich gibt es diese Frühjahrsmüdigkeit ja doch nicht, das ist alles Einbildung, las ich neulich in diesem Internet irgendwo. Der Kater hat den Artikel wohl nicht gelesen. Er schläft den ganzen Morgen im Wintergärtchen, um sich danach mit allerletzter Kraft für ein Nachmittags-Nickerchen auf den Sessel zu schleppen, bevor er mit der Tochter am Abend schlafen geht. Irgendwann in der Nacht ist er ungefähr zwanzig Minuten wach, in denen er sich eine sehr große Schüssel Futter und einige Nager in den Bauch packt, sich mit der Nachbarskatze prügelt und sich zum Abschluß des Ausfluges den schlammigsten Heimweg sucht, damit er am Fußende meines Bettes bis zum Morgen schlafen kann. Da am Fußende muss er allerdings erst einige Minuten im Kreis marschieren, bis auch das letzte Schlammkrümelchen zwischen seinen Zehen herausgefallen ist. Die Tür geschlossen zu halten, um nicht jeden Tag das Deckbett frisch beziehen zu müssen ist keine Lösung, denn ein Kater, der ausdauernd an der Tür kratzt, laut maunzt und sich schließlich mit seinen 6,5 Kilogramm dagegenwirft, bis die Scheibe in der Tür klirrt, raubt mehr Schlaf und Nerven, als ein paar Erdschollen am Fußende.

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In den letzten Jahren habe ich im Frühling immer ein paar Tage/eine Woche gefastet. Dieses Jahr kann ich mir nicht vorstellen, überhaupt nichts zu essen, aber so ein kleiner Bruch der alten “ich kann eine halbe Tüte Nacho Cheese essen und wundere mich, warum mir danach so komisch ist”-Gewohnheiten ist nötig. Seit heute gibt´s also jede Menge Obst und Gemüse, roh, zum Knabbern oder in Saftform. Ein bißchen Reis dazu. Und Kaffee. Meine zwei Tassen Milchkaffee bleiben tägliches Ritual, schon um um den Koffein-Entzug-Kopfschmerz drumherum zu kommen. Zum Frühstück gab es heute einen Apfel und ein Obstmatschgetränk, denn im Tiefkühlschrank liegen noch jede Menge Brombeeren und einige 200g-Beutel pürierte Pfirsiche. Ein paar Brombeeen, ein bißchen Pfirsichpüree, eine eher unattraktive Banane und etwas Orangensaft ergaben einen feinen Smoothie, sogar semifreddo. Spinat und diverse Kräuter mixte ich nicht hinein, man muss ja nicht alles ausprobieren.
Mittags gab es für die Kinder Reis mit Lachs und Lauch, für mich Reis mit nix. Mag ich übrigens sehr gerne, entbehrungsreich ist also bisher nichts. Immer wenn ich denke, dass ich ein Hüngerchen hätte, trinke ich einen Tee. Und sogar die Nachmittagsschokolade habe ich mir heldenhaft verkniffen.
Und wozu das Ganze? (ich erkläre das direkt, weil jedes Jahr auf´s Neue gefragt wird) Weder um Abzunehmen, noch um ominöse Schlacken aus dem Körper zu spülen. Es ist ein Neubeginn. Nach ein paar Tagen reduzierter, einfacher Mahlzeiten macht das normale Essen viel Spaß. Man schmeckt sehr viel intensiver, weswegen meine geliebten Nacho Cheese erstmal nicht auf meinen Speiseplan stehen, weil sie schlicht überwürzt sind. Schokolade ist dann viel zu süß und statt zwei Reihen wegzuwatzen, nage ich an zwei Stückchen herum. Essen findet bewusster statt, ist kein “nebenbei” mehr.
Nach und nach schleichen sich die alten (Ess)Gewohnheiten wieder ein, aber das ist in Ordnung. Nächstes Frühjahr fange ich wieder von vorne an.

Meldung!

3. März 2015

Alles gut!

Also nicht ganz, denn die Zyste wächst und gedeiht und verschwindet nicht. Stattdessen macht sie mir eine Heidenangst und lässt mich wie auf rohen Eiern durch die Gegend marschieren. Da ich nach dem letzten Ultraschall aber nicht direkt mit Blaulicht ins nächste Krankenhaus, sondern eher lapidar mit “Wenn sie schlimme Schmerzen bekommen, dann gehen sie rasch zum Arzt” und “Wir schauen dann … hm … im Mai wieder nach.” heim geschickt wurde, kan ich wohl davon ausgehen, dass ich nicht in akuter Lebensgefahr schwebe. Diese Zysten sind ja auch nichts Schlimmes. Nur eben dann, wenn sie platzen und nicht mehr aufhören zu bluten. So wie damals. (nicht dran denken)

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Am Wochenende besuchte mich meine Mitgärtnerin, die hochgeschätzte Frau Nessy. Die Zeit verging wie im Flug und als ich endlich das “Hilfe, ich kenne sie gar nicht und ich sag die ganze Zeit “toll”, warum sage ich die ganze Zeit “toll”, für wie bescheuert mag sie mich halten?”-Stadium hinter mich gebracht hatte, fuhr sie wieder ab. Sie wird aber wieder kommen, um zu kontrollieren, wie dieser eine Gartenplan in den Ländereien der Grünen Villa realisiert wurde. Und bis dahin werde ich vielleicht “super” statt “toll” sagen. Ich übe.

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Apropos Garten: es geht los. Die Temperaturen lagen hier bereits bei 15°C und das bedeutet, dass ich umgehend sämtliche Flächen im Garten begrünen und bepflanzen möchte. Vorher allerdings von dem befreien, das merkwürdigerweise über den Winter hin gewachsen ist. Warum wachsen böse Brennnesseln im Winter, während so freundliche Pflanzen wie beispielsweise Paprika erfrieren? Ich halte das für sehr ungerecht.

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Der nächste Besuch hat sich angekündigt, der Flur und das Treppenhaus der Grünen Villa werden renoviert, Maurer und Maler müssen die letzte Hausseite der Grünen Villa verschönern, die Terrasse soll erneuert werden, die Birke gefällt. Langweilig wird es nie. Und falls es ein bißchen ruhiger wird, verliert der Kater einfach eine halbtote Maus, die sich zum Sterben in meiner Küche unauffindbar verkriecht und erst nach Tagen durch strengen Geruch auf sich aufmerksam macht. Es vergehen weitere Tage, in denen Küche und Wohnzimmer akribisch abgesucht und sehr viele Räuchermännchenhütchen gegen böse Geruchsgeister verbrannt werden, bis die Maus, bzw. ihre Reste unter dem Putzeimer gefunden werden. Dies wiederum gibt tiefe Einblicke in mein Putzverhalten, weswegen ich mich jetzt wieder zum Schämen in die Ecke begebe.

*plopp* und *plopp*

25. Februar 2015

Das erste *plopp* steht lautmalerisch für einen knallendem Sektkorken. Gestern feierte nämlich der jüngste Sohn mit seiner Familie und Freunden seinen sechzehnten Geburtstag. Sechzehn! Unfassbar. Er selbst findet das gut, denn nun kann er im Sommer mit dem besten Vater meiner Kinder und dem Großen zur Gamescom fahren und dort in die Bereiche, mit den eher interessanten Spielen. 

Sechzehn. Mein Baby! Mein hoch-und-tief-Kind, mein “ich überrasche dich immer wieder”-Kind. Zehn Zentimeter kleiner als ich und da kommt wohl auch nichts mehr in der Länge, er schlägt ganz eindeutig in die Richtung seines Opas. Dafür hat er die breitesten Schultern der Familie und kann uns alle mit ein paar Judogriffen auf den Boden schicken und dort halten. Er liest nicht gerne, aber Hörbücher sind prima. Wenn wir die Internetzeit nicht begrenzen würden, säße er deutlich länger als für seinen Schlaf, seine Hausaufgaben und sein ganzes Leben gut wäre vor dem Rechner und ließe sich auf youtube die neuesten Spiele zeigen. Ach und diese Schule – die müsste auch nicht sein. Vor allem jetzt nicht mehr, wo er auf die Zeit der Ausbildung hinfiebert. Dass ihn dann auch Berufsschule erwartet, ist erstmal im Hintergrund.

Sechzehn! Und es kommt mir vor, als habe ich mich gestern erst darüber gefreut, dass er endlich zu sprechen anfängt. Sprechen, erzählen, ist noch immer nicht seine Welt. er tut es langsam, sucht nach Worten und Formulierungen, beginnt von vorne, verhaspelt sich. Viele Menschen können das nicht aushalten und beenden deshalb seine Sätze für ihn. Oder hören erst gar nicht, was er zu sagen hat. Vor allem die Gleichaltrigen können wenig mit ihm anfangen. Ich bin gespannt, ob und wie sich das noch ändert. In seiner Jungschargruppe ist er gut integriert und Jüngere lieben ihn, das macht mich froh.

Sechzehn. Unfassbar. Übrigens ganz ohne pubertäre Aussetzer bisher. Freundlich, hilfsbereit und nach Aufforderung auch oft frisch geduscht :) Zum pubertären Aufmucken hat er ja auch noch Zeit, denn Manches erledigt er sowieso langsamer oder ein bißchen später als andere. Angekommen ist er aber bisher immer und in Sachen “was fange ich mit meinem Leben an?” ist er seinen Geschwistern ja sogar voraus.

Sechzehn. Ich habe vorhin nachgelesen, was ich Jahre vorher so an seinem Geburtstag schrieb und eigentlich ist das, was ich heute über ihn schreiben kann genau das, was ich mir damals sehnlichst für ihn wünschte, aber mir nicht recht vorstellen konnte. Es ist großartig.

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Das zweite *plopp* ist lautmalerisch für die Zyste im Bauch, die gestern beim Abendessen platzte. Zwei Stunden krümmte ich mich, doch dann ließ der Schmerz nach und ich beschloss, dass ich nicht ins Krankenhaus muss. Vorsichtshalber recherchierten wir nochmal meine Blugruppe und überlegten mit Hilfe des Biobuches der großen Kinder, wer mir wohl Blut spenden könnte. Ich habe Blutgruppe 0, Rhesusfaktor positiv. Das ist wohl nicht allzu selten. Beruhigend. 

Heute sind die Schmerzen so, als habe man mir gründlich in den Bauch getreten, alles ist wund und fühlt sich blau an. Obendrein habe ich einen Bauchumfang, als sei ich im fünften Monat schwanger. Ich bin sehr gespannt, wie das Ultraschallbild aussieht, dass am Freitag morgen gemacht wird.

Vielleicht kommt dann das dritte *plopp*, weil mir ein paar Steine vom Herzen poltern.

kurzer Kurzurlaub

23. Februar 2015

Diese schnuckelige Häuschen im Feriendorf Wildflecken in der Rhön gehörte zwei Tage und zwei Nächte uns:

Eine klitzekleine Küche, ein winziges Bad, die Einrichtung nicht schön, aber zweckmäßig. Im Dachgiebel Schlafplätze für vier Personen, Matratzen auf dem Boden.

Der #Wanderspiegel (meine Instagramfollower kennen ihn gut) war auch dabei.

In der ersten Nacht fror ich, weil der Wind durch die Ritzen im Holz pfiff, in der zweiten Nacht war es mir zu warm, weil wir die Heizung angelassen hatten. Egal, wir hatten einen wunderschönen Kurzurlaub, sogar mein Schneehunger ist gestillt.
Am ersten Abend stapften wir den Kreuzberg hoch, denn dort oben im Kloster sollte es ein gutes Bier und zünftiges Essen geben. Beides stimmte und in völliger Finsternis stapften wir zwei Stunden später glücklich den Berg wieder hinunter. Ein feiner Start in den Urlaub.

In der Nacht begann es ein bißchen zu schneien, der Tag blieb trüb und verhangen. Wir fuhren mit dem Auto den Kreuzberg hoch und suchten uns dort einen (Rund)Wanderweg. Wir sind eigentlich sehr gut zu Fuß, doch im Schnee ist Wandern doch eine ganz neue Herausforderung und wir konnten nicht einschätzen, wie weit wir kommen würden.
Die letzten Meter zum Kreuzbergipfel erklommen wir über eine zugeschneite Treppe, deren Stufen voller Eis waren. Wir hangelten uns am Geländer hoch – und standen oben in den Wolken. Keine Sicht mehr, dafür ein eisiger Wind, gespickt mit winzigen Eiskristallen. Herrlich! Ich bekam mein “Ich liebe Eis und Schnee!”-Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht. Wir suchten unseren Weg und standen schließlich vor dem Schild, das vor Eisbruch von Mast und Kabeln warnte. Der Sinn dieser Warnung ging uns nach ein paar weiteren Schritten auf: im Dunst tauchte der eigentlich nicht übersehbare Funkmast auf.

Wir folgten dem Wanderweg, doch als nach rechts ein schmaler, spärlich gespurter Weg in den Wald abging, verließen wir den komfortabel geräumten Weg sofort.

Ich liebe das Knirschen des Schnees unter den Schuhen, ich liebe es, wenn ich nicht genau weiß, wie tief mich mein nächster Schritt einsinken lässt. Ich liebe es sogar, wenn mir Schnee in den Wanderschuh rutscht.
Wir liefen eine große Schleife, am Schluss stetig nach oben, was im Schnee doppelt fies ist. Wieder oben auf dem Kreuzberg pustete uns der Wind kräftig durch, es hatte wieder zu schneien begonnen. Es war grandios!
Die Klosterstube zog uns magisch an und wir widerstanden nicht, verdient verspeisten wir eine wirklich köstliche Schweinshaxe. Den restlichen Tag verbrachten wir lesend in unserem kuscheligen Hüttchen. Gegen Abend zog es uns nochmal kurz ins Freie zu einer kurzen Schnee-Kneipptour. (und um versonnen im Schnee zu stehen)

Bis elf Uhr sollten wir das Häuschen besenrein verlassen, es blieb noch genug Zeit für ein gemütliches Frühstück (Brötchen kann man sich übrigens bestellen) und das obligatorische #Wanderspiegelbild. Ich kletterte in meine Wanderschuhe und stapfte mit dem Spiegel hinter das Häuschen. Der beste Vater übernahm den Spiegel und ich stellte mich in Positur. Versuchte es jedenfalls, denn die Strafe für “zu faul zum Schuhebinden” brachte mich prompt zu Fall, als sich der Schnürsenkel des rechten Schuhe in einer Öse des linken Schuhes verfing. Tja.

Die Strumpfhose trocknete vor der Heizung rasch, wir konnten zur letzten Wanderung im Schnee aufbrechen.
Diesmal fuhren wir bis zum Schwarzen Moor, dort gibt es “Winterwanderwege”. Der von uns ausgesuchte Winterwanderweg erwieß sich als eine zweieinhalb Meter breite Straße, der Schnee von unzähligen Spaziergängern zu Eis getrampelt. Nicht schön zu laufen und deswegen verließen wir ihn bei nächster Gelegenheit. Wieder ein schmaler Pfad durch tiefen Schnee, höchstens drei Menschen waren ihn vor uns gegangen, es war äußerst anstrengend sich einen Weg zu stampfen.

An manchen Stellen war der Firn auf der Schneedecke so dicht, dass man “über dem Schnee” laufen konnte, doch nach fünf, sechs Schritten brach man dann wieder bis zum Knie ein. Erwähnte ich es schon? Ich liebe Schnee, wir hatten riesigen Spaß bei dieser Wanderung! Sogar dann noch, als ich etwas tiefer einbrach, in den Bach, der über oder neben dem Weg floss. Mein Schuh wurde nass und es zwickte ein bißchen im Rücken beim Einbrechen, aber da der Weg in den Wald führte und sogar ein bißchen abenteuerlich wurde …

über umgestürzte Bäume hinweg, vergaß ich Fuß und Rücken. (der Rücken meldet sich heute sehr ungehalten, eine Stelle ziept arg und strahlt mir ins Bein und Bauch. Irgendwas ist eben immer.)

Irgendwann muss ich eine geführte Winterwanderung machen, bei der mir erklärt wird, warum manche Bäume umstürzen, andere nicht. Und welche Spuren ich da im Schnee sehe, bisher kann ich nämlich nur raten. Nur eine Stelle, an der Wildschweine nach Futter gesucht hatten, konnte ich klar zuordnen. Ansonsten entdeckten wir Bären-, Wolf- und Saurierspuren, sind uns da aber nicht hndertprozentig sicher.
Und weil es uns zufällig wieder zu einer bewirtschafteten Hütte verschlug, blieben wir halt zum Mittagessen. Und verspeisten den weltbesten Reh- und Wildschweingulasch mit Spätzle und Rosenkohl. Sollten Sie jemals dort vorbeikommen, gehen Sie rein!
Nach dem Essen kam tatsächlich für wenige Minuten die Sonne heraus, so dass wir beschlossen, noch eine kleine Runde zu laufen, bevor wir die Heimfahrt antreten. Wir besichtigten den ehemaligen DDR-Grenzposten und ich erinnerte mich, wie diese Gegend damals aussah, als es die Grenze noch gab. Der breite Streifen “gar nichts” und die Männer auf den Türmen. Mehr weiß ich nicht mehr, nur dass wir uns gegenseitig versicherten, Gewehre aufblitzen gesehen zu haben. (völliger Quatsch, wahrscheinlich, aber Jugendliche steigern sich eben auch gerne mal in etwas rein.)
Der Rückweg zum Auto führte uns dann über den anfangs verschmähten Winterwanderweg. Kamen wir also doch nicht drumherm.

Am Auto stellte ich fest, dass meine blöden Wanderschuhe meinem Fuß entgültig den Rest gegeben hatten (nicht dem nassen Fuß, übrigens). Die Blase vom Vortag war nur noch ein blutiger Matsch, trotz Verband und Tape. Ich gebe den Schuhen noch eine einzige Chance, danach muss ich mich wohl oder übel von ihnen trennen und mich nach Ersatz umsehen. Schade, ich habe sie erst fünfmal getragen und bisher hatte ich mit Meindl-Schuhen keine Problem.

Die Heimfahrt ging zügig und der erste Kaffee daheim vor dem Ofen auf dem Sofa gehörte unbedingt noch zum Kurzurlaub dazu.

Wir sind beide sehr erholt und erfüllt, das hätten drei Wochen in einem Wellnesshotel nicht so gut hinbekommen. Kurz hoffte ich heute morgen, dass ich den Schnee mitgebracht habe, doch wie das bei uns leider meistens so ist: der heftige Schneefall ging in Regen über und die drei Flocken, die liegen blieben, wurden direkt weggespült. Doch ich hatte jetzt Schnee, der Frühling kann kommen. Auch weil ich sehr viel Saatgut und -kartoffeln bestellt habe. Doch davon an anderer Stelle demnächst mehr.

Die 500 goldenen Saunaregeln

19. Februar 2015

Als wir uns zum allerersten Mal in die vorgeheizte Fasssauna setzten, waren wir echte Saunaanfänger. Irgendwann waren wir mal im Urlaub zusammen in einer Sauna, der beste Vater meiner Kinder saunierte mal mit den Kollegen und im Erlebnisbad saßen wir zusammen für ein paar Minuten in der Dampfgrotte. Heiß duschen mag ich auch, baden nicht so sehr, mein Kreislauf läuft dann nicht mehr im Kreis. Weitere Saunaerfahrungen konnte ich nicht sammeln, denn es gruselt mich, mit fremden Menschen an einigermaßen öffentlichen Plätzen zusammen zu schwitzen.

Die Freundinnen und ich hatten uns rundum zum Geburtstag Gutscheine für ein Bäderhaus geschenkt. Mit dem Gedanken, dass wir alle zusammen dort hin fahren und einen dieser Wellnesstage machen. Das war vor etwa zehn Jahren, wir gruseln uns alle zu sehr, um auch nur einen Hauch Wellness zu finden, gestanden wir uns nach etlichen fadenscheinigen Ausreden reihum. Seitdem laden wir uns gegenseitig zum Essen ein.

Es war also ein gewagtes Spiel, mit der quasi nicht vorhandenen Saunaerfahrung direkt eine Sauna in den Garten zu bauen, denn womöglich gefiele uns das Geschwitze gar nicht und dann hätten wir ein Fass im Garten liegen, dass aufgrund seiner Form zu genau gar nichts taugt, als eben … eine Fasssauna zu sein. Eine kurze Recherche im Internet zeigte, dass es Leitfäden zum optimalen Saunieren gibt und wer diese nicht berücksichtigt, tja. Dem bringt das halt nix. Der muss erst gar nicht schwitzen. Der entschlackt und entkeimt nicht, der revitalisiert nicht und regt gar nix an. Sauna- und Erholungszeiten sind genau vorgegeben, die Menge und Häufigkeit des Aufgusses genauso. Kalt abduschen von unten nach oben oder direkt ins Becken steigen, nicht zu lang, nicht zu schnell und kneifen gilt nicht, wer sich nicht abkühlt, macht allesalles falsch.

Saunieren ist also kein Vergnügen, Erholung kein leichtes Spiel. Und wir werden schon sehen – irgendwann – dass es uns nicht bringt, unsere uneregeltes Saunieren.

Wir gehen nämlich in die Sauna, wann immer wir Lust dazu haben. Manchmal mögen wir es heiß, manchmal reichen 65°C. Unsere Aufgüsse duften mal nach Birkenwasser, mal nach 7-Kräuter-Schampoo und manchmal auch nach Gin Tonic. Wir gießen auf, wenn wir denken, dass es mal sein könnte, manchmal sogar dreimal während eines einzigen Saunaganges. Und so ein Saunagang kann zwischen zehn und dreißig Minuten dauern. Ein Tauchbecken haben wir nicht, dafür eine Gartendusche, die das kalte Wasser schwallartig erbricht, von unten nach oben geht da nur, wenn man Handstand macht. Manchmal sitzen wir zwischen zwei Saunagängen auf der Gartenbank, im Winter aber auch oft im Vorraum der Sauna, in dem es nicht so sehr kalt ist. Und es kommt sogar vor, dass wir vor dem letzten Saunagang ein Weizenbier trinken.

Wir brechen also ziemlich viele Regeln, die irgendwer sich irgendwann ausgedacht und auf die ich tatsächlich hin und wieder hingewiesen werde: “Aber du musst … – sonst bringt das nix.”

Seit fast einem Jahr bringt uns und Freunden unsere Sauna reine Erholung, Ruhe und Entspannung. Und jedes Mal wenn wir auf den Bänken liegen und schwitzen, sagt der beste Vater meiner Kinder: “Hach. Unsere Sauna.” (und ich erwidere dann: “Hach. Und bald sitzen wir auch wieder im Gartenhüttchen.)

(die Bilder sind so krisselig, weil ich sie in der Saunadämmerung mit dem Phönchen geknippst habe, beide sind aus dem Vorraum der Sauna)