und übrigens:

25. März 2015

Ich bin meistens im Garten.

Freud und Leid

13. März 2015

Ein Geburtstag und ein Todesfall, Volljährigkeit und Selbstmord. 

Eine ganze Palette Leben im Haus der Freitagsfreundin. Wir feierten leise den 18. Geburtstag der Tochter und weinten laut um den Sohn, Bruder, Onkel, Neffen, Freund, der der Depression nichts mehr entgegenzusetzen hatte und den Tod wählte. Wir blätterten in dem dicken Buch, welches dem Geburtstagsmädchen zusammengestellt worden war, unzählige Bilder aus 18 Lebensjahren und lasen einen Abschiedsbrief. Wir aßen mehr Schokolade als sonst und lernten, wie eine Bestattung im Friedwald aussieht. Zum Geburtstag gab es ein Glas Sekt und später saßen wir zwischen Pizzakartons im Wohnzimmer und tranken Bier. Und wussten, dass ihm das gefallen hätte.

Irgendwann, in einer lauen Sommernacht, spazieren wir hoch zu diesem hübschen Platz im Wingert und heben die Schnapsgläser auf Dich, lieber Freund.

Nähzeit, rar.

11. März 2015

Richtig viel Freude hatte ich im Nähzimmer derzeit nicht. Das liegt zum einen an der Nähmaschine, die zwar mit erneut eingestellter Steuerung leidlich näht, mir aber trotzdem Sorgen macht, denn wer weiß, wie lange sie diesmal durchhält? Und zum anderen natürlich daran, dass das Wetter mich eher aus dem Nähzimmer zieht. Aber manchmal passt es dann doch: ein bißchen Zeit und eine neue Stickdatei, die Ideen wachsen lässt.

Ich verbrachte also einen Tag an der Stickmaschine und wollte schier verzweifeln, weil die Stickmaschine der Nähmaschine nacheiferte und allerlei Murx produzierte. Nach einigen Reinigungsaktionen, Faden- und Nadelwechseln klappte es aber dann prima.

Das Gestickte schnitt ich zu, nähte zwei, drei Kleinigkeiten dran und hatte mal wieder die Bestätigung, dass diese KAM Snaps doch nicht so doof sind. Ich musste mich für ein Schnittmuster entscheiden, passende Stoffe und Bänder aussuchen, zuschneiden und ein bißchen nähen. Ein paar Stunden später hielt ich meine neue Tasche in der Hand.

Heute versuchte ich diese zu fotografieren. Dazu schleppte ich den #wanderspiegel in den Garten.

Da Franz den Spiegel aber zu spannend fand und ihn letztlich um ein Haar umgeworfen hätte, habe ich leider kein superschöntolles Foto der Tasche an der Frau für Sie.
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Und das Häkeln?

10. März 2015

Bestens.
Bevor ich mit einem wirklich großen Häkelprojekt starten kann, musste ich mir zuerst eine Häkelwolleaufbewahrung überlegen. Es soll ja alles hübsch sein. Ich zwang also die Kindelein eine Dose Gummischlümpfe zu essen, umhäkelte die leere Dose und stellte fest, dass sie nicht groß genug ist.

Mittlerweile habe die Kindelein eine sehr viel größere Dose von ihrem Inhalt (weiße Schaumgummi-Mäuse) befreit und mit der Wolle, die im zu kleinen Häkelkorb ist, kann ich nun eine Verkleidung für die größere Schaumgummimausdose häkeln.

Das scheint alles noch ziemlich sinnbefreit, doch das Häkeln an sich ist eine ungemein angenehme, nahezu meditative Handarbeit, die mir leicht und beinhae schon gleichmäßig von der Hand geht. Nun locken mich diverse Lochmuster, allerdings geht es da vorrangig auch erst um das “Können wollen”, einen echten Nutzen sehe ich noch nicht. Der kommt aber ganz sicher, ab und an flackern vage Ideen auf.

Zum Häkeln habe ich aber kaum Zeit, denn diese ersten Frühlingsahnungen ziehen mich raus in den Garten. Mittlerweile kümmere ich mich ja nicht mehr nur um die Ländereien der Grünen Villa, sondern habe zusätzlich den Garten eines sehr alten Paares übernommen. Und dieser Garten lockt mich gerade sehr, denn er liegt völlig frei, bekommt die volle Frühlingssonne und wartet darauf, völlig neu gestaltet zu werden. Letztes Wochenende gruben mir die Kinder einen großen Teil des Gartens um, während ich vorhandene Erdbeerbeete pflegte und einige neue anlegte. Ein sehr großer Teil des Gartens ist noch unter Gründüngung begraben, die untergefräst werden muss. Danach kann ich Gemüsebeete anlegen. Der umgegrabene Teil wird mit sehr vielen Stauden bepflanzt und diese ersten, wärmenden Sonnenstrahlen da draußen wollen mich augenblicklich zum Staudenkauf verführen. Das hat aber noch ein bißchen Zeit, immerhin gefriert es nachts immer noch.

Auf den Ländereien der Grünen Villa tut sich auch einiges. Die Saatkartoffeln sind eingetroffen, drei alte Sorten, die sogar bunt blühen. Übernächste Woche kommen die in die Erde. Auch in die Erde kommt hoffentlich bald das große Teichbecken, das beim Sperrmüll lag und das wirklich gut zum Rosa Gartenhüttchen passt. Das Gartenhüttchen hat jetzt auch Strom und Internet, damit wir uns im Sommer tatsächlich nur noch fortbewegen müssen, wenn wir verhungern oder verdursten.

Es geht los, da draußen und ich kann es kaum erwarten!

 

Vermischtes.

4. März 2015

Wegen der Abhärtung, für´s Wohlbefinden und damit die Füße endlich wieder warm werden, heizten wir die Sauna ein. Ich erzähle das ja gerne so ein bißchen prahlerisch, Sie müssen mir das verzeihen. Und sollten Sie es mir nicht verzeihen, dann denken Sie einfach an unsere unsere vermutlich exorbitante Stromrechnung und hängen Sie ein “Ätsch!” dran.

Wir setzten uns in die wohlig geheizte Sauna und als es Zeit für einen Aufguss wurde, gossen wir auf. Unglücklicherweise hatte ich mich wohl im Mischungsverhältnis etwas vertan, vielleicht ein paar Tropfen Wasser ins Öl gekippt statt umgekehrt, wie es richtiger wäre. So waren wir binnen von Sekunden in eine fast greifbare Eukalyptuswolke gehüllt, die schlagartig sämtliche Schleimhäute erkalten ließ. Es war nur noch sehr flaches Atmen möglich und die Augen konnten wir nicht mehr öffnen, weil sie sofort brannten. Die geschlossene Augen fühlten sich auch nicht richtig an wegen der kühlen Schleimhäute. Aber viel hilft viel und außerdem sank der Eukalyptusdampf dann doch recht schnell auf den Boden – wir hielten es also noch ein paar Minuten aus und begannen zu schwitzen. Feuchte Haut und Eukalyptusdämpfe führten allerdings dazu, dass wir zu frieren begannen, was bei 70°C in der Sauna recht angeberisch wirkt.

Wir verließen die Sauna um uns abzuduschen. Unsere Gartendusche, eine ehemalige Notfalldusche aus einer Werkstatt, dosiert das Wasser nicht sanft, sondern bewirft mit fünf Litern Wassern aus dem Außenwasserhahn auf einmal. (haben Sie diese Szene aus Flashdance im Sinn? Genau so.) Eukalyptuskühle Haut reagiert sehr empfindlich auf sehr, sehr kaltes Wasser, weswegen ich sehr, sehr, sehr laut quietschte. Vor dem nächsten Saunagang verdünnten wir die Aufguss-Eukalyptus-Plörre und lüften kurz durch, das leicht fröstelige Gefühl blieb trotzdem.

Nächstes Mal gibt´s wieder den Wacholder-Zitrone-Aufguss, der riecht, wie Gin Tonic schmeckt.

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Angeblich gibt es diese Frühjahrsmüdigkeit ja doch nicht, das ist alles Einbildung, las ich neulich in diesem Internet irgendwo. Der Kater hat den Artikel wohl nicht gelesen. Er schläft den ganzen Morgen im Wintergärtchen, um sich danach mit allerletzter Kraft für ein Nachmittags-Nickerchen auf den Sessel zu schleppen, bevor er mit der Tochter am Abend schlafen geht. Irgendwann in der Nacht ist er ungefähr zwanzig Minuten wach, in denen er sich eine sehr große Schüssel Futter und einige Nager in den Bauch packt, sich mit der Nachbarskatze prügelt und sich zum Abschluß des Ausfluges den schlammigsten Heimweg sucht, damit er am Fußende meines Bettes bis zum Morgen schlafen kann. Da am Fußende muss er allerdings erst einige Minuten im Kreis marschieren, bis auch das letzte Schlammkrümelchen zwischen seinen Zehen herausgefallen ist. Die Tür geschlossen zu halten, um nicht jeden Tag das Deckbett frisch beziehen zu müssen ist keine Lösung, denn ein Kater, der ausdauernd an der Tür kratzt, laut maunzt und sich schließlich mit seinen 6,5 Kilogramm dagegenwirft, bis die Scheibe in der Tür klirrt, raubt mehr Schlaf und Nerven, als ein paar Erdschollen am Fußende.

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In den letzten Jahren habe ich im Frühling immer ein paar Tage/eine Woche gefastet. Dieses Jahr kann ich mir nicht vorstellen, überhaupt nichts zu essen, aber so ein kleiner Bruch der alten “ich kann eine halbe Tüte Nacho Cheese essen und wundere mich, warum mir danach so komisch ist”-Gewohnheiten ist nötig. Seit heute gibt´s also jede Menge Obst und Gemüse, roh, zum Knabbern oder in Saftform. Ein bißchen Reis dazu. Und Kaffee. Meine zwei Tassen Milchkaffee bleiben tägliches Ritual, schon um um den Koffein-Entzug-Kopfschmerz drumherum zu kommen. Zum Frühstück gab es heute einen Apfel und ein Obstmatschgetränk, denn im Tiefkühlschrank liegen noch jede Menge Brombeeren und einige 200g-Beutel pürierte Pfirsiche. Ein paar Brombeeen, ein bißchen Pfirsichpüree, eine eher unattraktive Banane und etwas Orangensaft ergaben einen feinen Smoothie, sogar semifreddo. Spinat und diverse Kräuter mixte ich nicht hinein, man muss ja nicht alles ausprobieren.
Mittags gab es für die Kinder Reis mit Lachs und Lauch, für mich Reis mit nix. Mag ich übrigens sehr gerne, entbehrungsreich ist also bisher nichts. Immer wenn ich denke, dass ich ein Hüngerchen hätte, trinke ich einen Tee. Und sogar die Nachmittagsschokolade habe ich mir heldenhaft verkniffen.
Und wozu das Ganze? (ich erkläre das direkt, weil jedes Jahr auf´s Neue gefragt wird) Weder um Abzunehmen, noch um ominöse Schlacken aus dem Körper zu spülen. Es ist ein Neubeginn. Nach ein paar Tagen reduzierter, einfacher Mahlzeiten macht das normale Essen viel Spaß. Man schmeckt sehr viel intensiver, weswegen meine geliebten Nacho Cheese erstmal nicht auf meinen Speiseplan stehen, weil sie schlicht überwürzt sind. Schokolade ist dann viel zu süß und statt zwei Reihen wegzuwatzen, nage ich an zwei Stückchen herum. Essen findet bewusster statt, ist kein “nebenbei” mehr.
Nach und nach schleichen sich die alten (Ess)Gewohnheiten wieder ein, aber das ist in Ordnung. Nächstes Frühjahr fange ich wieder von vorne an.